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| Mahnmal vor der Staatskanzlei |
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| 30.07.2010 |
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dbb jugend nrw erinnert an unzählige nicht eingestellte und nicht übernommene Azubis
Die Staatskanzlei wird am 2. August Ort des stillen Protestes. Dort werden sich zwischen 8 und 10 Uhr junge Leute, die im Öffentlichen Dienst ihre Arbeit für die Bürger in Städten und Ländern tun, neben Sperrholzfiguren positionieren, die als Mahnmal für nicht eingestellte und nicht übernommene Jugendliche dieses Landes stehen. |
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Im Vorfeld der Aktion wurden von der Mitgliedern der dbbj nrw eine ganze Reihe von Figuren gestaltet |
Gestaltet haben die Figuren in den letzten Wochen die verschiedenen Fachgewerkschafts- und Kreisjugendgruppen der dbb jugend nrw, die diese Aktion als Dachverband für die jungen Beschäftigten im Öffentlichen Dienst organisiert hat.
Vor der Staatskanzlei wird die dbb jugend nrw der Ministerpräsidentin des Landes Vorschläge für einen zukunftsweisenden und gerechten Umgang mit den jungen Leuten unseres Landes übergeben. „Denn unserer Ministerpräsidentin obliegt es, die Ausbildung bei den Kommunen nicht als freiwillige Leistung zu betrachten, sondern die Kommunalaufsicht anzuweisen, Ausbildung als Pflichtaufgabe einzustufen und somit nötige Ausbildungsstellen von der Streichliste zu holen“, fordert der Vorsitzende der dbb jugend nrw, Markus Schallenberg.
Ein Ausbildungsstart mit großen Löchern |
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| Wohl gewählt ist der Termin für diese Aktion, denn an diesem Tag starten in den Kommunen Nordrhein-Westfalens die neuen Azubis in ihre Ausbildungszeit. Allerdings sind es in diesem Jahr weit weniger als in den letzten Jahren. Vielen Kommunen geht es finanziell schlecht. „Die Situation, die es in Düsseldorf gibt, ist für NRW nicht repräsentativ“, erklärt Schallenberg. „In diesem Jahr werden statt der bislang rund 100 Auszubildenden pro Jahr in Duisburg nur 60 starten. In Wuppertal wurden 50 Ausbildungsplätze durch die Bezirksregierung gestrichen, in Essen sind es 30, ähnlich wie in Oberhausen - dort wurde um 35 Ausbildungsstellen gerungen“.
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| Das Dilemma, das neben einer Mangelbesetzung, die derzeit bereits herrscht, noch zusätzlich auf die Kommunen zukommen wird, zeichnet sich schon jetzt ab. Das Durchschnittsalter der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst liegt derzeit in vielen Kommunen bei über 45 Jahren. „Wenn die mal in den Ruhestand gehen, sieht es in den Städten zappenduster aus. Schon jetzt werden Bereiche geschlossen oder runtergefahren“, erklärt Markus Schallenberg. Die Einschnitte würden in den nächsten Jahren noch drastischer und auch für die Bevölkerung noch spürbarer werden.
Städte wie Duisburg, Oberhausen und Essen kämpfen
„Bis 2014 werden in Duisburg ungefähr 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von insgesamt fast 7000 Beschäftigten in der Kernverwaltung aus dem aktiven Dienst ausscheiden“, erklärt Oberbürgermeister und Vorsitzender des Kommunalen Arbeitgeberverbands NRW, Adolf Sauerland. Wer keinen Nachwuchs ausgebildet hat, kann dann auch auf keinen Nachwuchs zurückgreifen. Weiteres Problem ist, dass - wie in den Justizbehörden auf Landesebene üblich - zwar noch ausgebildet wird, aber dann nach zweieinhalbjähriger Ausbildung die jungen Leute nicht mehr eingestellt werden. „Sie bekommen lediglich eine befristete Übernahme bis zum Ende des Jahres angeboten, damit sie danach zumindest Berufserfahrung bescheinigt bekommen“, erklärt Karen Altmann, Vorsitzende der Deutschen Justiz-Jugend NRW. Dann aber ist endgültig Schluss. Wer bis dahin keine andere Stelle gefunden hat, der ist arbeitslos.
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Die Sperrholzfiguren stehen als Mahnmal für die
zahlreichen nicht eingestellten und nicht übernommenen Auszubildenden in NRW |
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Skandal beim Landesamt für Besoldung
Ein weiteres Kuriosum im Kampf um die Arbeitsplätze junger Leute im Öffentlichen Dienst bescherte zudem jüngst das Land NRW selbst: „Für seine Beihilfestelle will das Landesamt für Besoldung und Versorgung Nordrhein-Westfalen 15 neue Sacharbeiter befristet bis zum 31.12.2011 einstellen. Bei den anderen Landesverwaltungen gäbe es eine Menge Azubis, die dort nicht übernommen werden können“, erklärt der Vorsitzende der dbb jugend nrw. Anstatt sich für diese Stellen die qualifiziert und passgenau für die Tätigkeit im Öffentlichen Dienst ausgebildeten Besten auszusuchen, wurden diese Stellen aber im Juni öffentlich ausgeschrieben. Selbst die fertig werdenden LBV-Azubis müssen sich bewerben und dem Auswahlverfahren unterziehen.
Das Ergebnis: Dem Landesamt für Besoldung und Versorgung entstehen durch das aufwändige Bewerbungsverfahren erhebliche Mehrkosten. Und die gut qualifizierten Auszubildenden der Landesverwaltungen stehen trotz erfolgreicher Abschlussprüfung am Ende auf der Straße. Und das mit düsteren Aussichten, denn mit ihrer maßgeschneiderten Ausbildung für eine Tätigkeit im Öffentlichen Dienst will sie in der Privatwirtschaft kaum jemand haben. |
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