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| Stiller Protest vor der Staatskanzlei |
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| 02.08.2010 |
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dbb jugend nrw fordert mehr Ausbildungsplätze und Übernahmen im Öffentlichen Dienst
Auf dem Zugang zur Düsseldorfer Staatskanzlei standen sie Spalier: 15 Sperrholzfiguren, die dort als Mahnmal für die vielen nicht eingestellten und nicht übernommenen Jugendlichen im Land NRW standen. Positioniert wurden sie dort am 2. August zwischen 8 und 10 Uhr von der dbb jugend nrw, die diese Aktion organisiert hatte. |
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15 Sperrholzfiguren inklusive "Paten" standen als Mahnmal für die vielen nicht eingestellten und nicht übernommenen Auszubildenden in NRW |
Der Termin des Protests war bewusst gewählt. Anfang August fangen landesweit im Öffentlichen Dienst die neuen Azubis an. Allerdings sind es in diesem Jahr weit weniger als noch zuletzt. Schon seit einiger Zeit beobachtet die dbb jugend nrw diesen Trend und warnt vor den unausweichlichen Folgen: „Das Durchschnittsalter der Beschäftigten liegt in vielen Kommunen schon jetzt bei über 45 Jahren,“ erklärt Markus Schallenberg, Vorsitzender der dbb jugend nrw „Und wenn die Pensionierungswelle einmal anrollt, sieht es in den Städten zappenduster aus.“ Dabei ist die Lage in vielen Kommunen schon jetzt bedenklich. „Durch den massiven Personalabbau der letzten Jahre fehlt es ohnehin an Beschäftigten, die in den öffentlichen Verwaltungen die Arbeit, die anfällt, auch erledigen können“, moniert Schallenberg und fügt hinzu „Wenn da nicht schnell etwas geschieht, sieht der Öffentliche Dienst bald ganz schön alt aus!“ |
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| Um es nicht so weit kommen zu lassen, protestierte die dbb jugend nrw mit ihrer Aktion vor der Staatskanzlei und nutzte die Gelegenheit, der Ministerpräsidentin von NRW Hannelore Kraft einen Appell an die Landesregierung zukommen zu lassen. Denn viele Kommunen sind durchaus willens auszubilden, dürfen aber nicht, weil ihnen - wenn sie im Nothaushalt sind - von den Kommunalaufsichten der Bezirksregierungen die Ausbildung junger Menschen schlichtweg untersagt wird. Die Kosten der Ausbildung gelten nämlich immer noch als freiwillig und damit im Zweifel als unnötig. Auch die Ministerien und Bezirksregierungen im Land NRW kommen ihrer Aufgabe der Ausbildung und ihrer Vorbildfunktion für die Privatwirtschaft kaum noch nach. Eine Ausbildung im mittleren Dienst oder als Verwaltungsfachangestellte findet dort seit über zehn Jahren nicht mehr statt. Die Ausbildung für den gehobenen Dienst erfolgt zurzeit nur noch in zwei von fünf Bezirksregierungen. Dies deckt den Bedarf an qualifiziertem Personal schon lange nicht mehr und gefährdet schon in naher Zukunft die Handlungsfähigkeit der Landesverwaltung. |

Die Sperrholzfiguren waren in den Wochen zuvor
von den verschiedenen Jugendgruppen der
dbb jugend nrw gestaltet worden
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Die Gruppenleiterin für den Fachbereich Verwaltung, Annette Fischer, nahm den schriftlichen Appell der
dbb jugend nrw stellvertretend entgegen |
Für die Ministerpräsidentin Kraft nahm Annette Fischer, Gruppenleiterin für den Fachbereich Verwaltung, den Appell der dbb jugend nrw in der Staatskanzlei in Empfang. „Ministerpräsidentin Kraft sind die finanziellen Probleme der Kommunen bewusst. Die Unterstützung der notleidenden Städte ist für sie eine Herzensangelegenheit“ wusste Fischer zu berichten. Vor der Landtagswahl am 9. Mai 2010 hatte die dbb jugend nrw den Parteien im Landtag Wahlprüfsteine zugeschickt. Hinsichtlich der Frage nach Ausbildung in den hoch verschuldeten Kommunen hatte die SPD NRW damals ähnliches verkündet: „Der Staat und die Kommunen müssen bei der Bereitstellung von Ausbildungsplätzen mit gutem Beispiel vorangehen. Die katastrophale Lage der kommunalen Haushalten darf das nicht behindern. Auch Kommunen im Nothaushaltsrecht müssen ausbilden dürfen.“ Die dbb jugend nrw hofft, dass den Worten auch Taten folgen werden - damit die Jugend eine Zukunft hat. |
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| PRESSEBERICHT:
Der WDR nahm in der Düsseldorfer Ausgabe seiner Sendung "Lokalzeit" (02.08.10) das Anliegen der dbb jugend nrw auf und berichtete konkret über die Situation der jungen Beschäftigten im Bereich der Justiz.
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