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Online-Protestaktion zum Equal Pay Day
15.03.2011  
Frauen verdienen nach wie vor weniger als Männer. Auf diese Ungleichbehandlung wird jährlich am „Equal Pay Day“ aufmerksam gemacht. Im Vorfeld zu diesem Tag findet in diesem Jahr eine bundesweite Online-Protestaktion statt, die verstärkt auf die Verdienstunterschiede hinweisen soll.
(c) by flammenhannes / photocase.de
In Deutschland bekommen Frauen deutlich weniger Gehalt als Männer. Im Durchschnitt verdienen sie
23 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen
Foto: (c) by flammenhannes / photocase.de
Laut Statistischem Bundesamt liegt der prozentuale Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen, der sogenannte „Gender Pay Gap“, bei 23 Prozent. Das heißt, Frauen verdienen trotz gleicher Arbeitsleistung fast ein Viertel weniger als Männer. Seit vier Jahren findet deshalb jährlich der sogenannte Equal Pay Day statt, der in diesem Jahr auf den 25. März fällt. Ziel dieser Aktion ist es, auf die gravierenden Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen aufmerksam zu machen, diese Ungleichbehandlung abzubauen und für mehr Lohngerechtigkeit zu sorgen.

Dieses Jahr findet im Vorfeld des Equal Pay Days eine bundesweite Online-Protestaktion unter dem Motto „Frauen verdienen weniger Geld. Wer sonst?“ statt. Vom 28. Februar bis 25. März können über die Website www.frauen.dbb.de E-Cards verschickt werden, die verstärkt auf die Benachteiligungen von Frauen und die enormen Lohnunterschiede zwischen den Geschlech­tern aufmerksam machen sollen.
Mit der Protestaktion und dem Equal Pay Day soll auch über die Gründe der ungleichen Entgelte aufgeklärt werden. Besonders in der Privatwirtschaft herrscht eine große Entgeltdiskriminierung, so dass Frauen trotz gleicher Arbeitsleistung immer noch weit weniger verdienen als Männer. Oft ziehen Frauen bei Gehaltsver­handlungen den Kürzeren und bleiben in Sachen Lohn­erhöhung auf der Strecke. Auch in Führungspositionen ist das weibliche Geschlecht nur selten zu finden. Besonders das tradierte Rollenbild erschwert Frauen den beruflichen und somit finanziellen Aufstieg.

Auch im Öffentlichen Dienst verdienen Frauen weniger als Männer

Im Öffentlichen Dienst sind die Löhne tariflich geregelt und durch die Beamtenbesoldung gesetzlich vorgeschrieben. Dennoch verdienen Frauen auch hier weniger als Männer - zwar nicht so gravierend wie in der Privatwirtschaft, aber im Durchschnitt acht Prozent. Der Grund hierfür: In der Regel sind es die Frauen, die berufliche Auszeiten nehmen und verstärkt Eltern- sowie Pflegezeiten wahrnehmen. Das wirkt sich nach der Rückkehr ins Berufsleben negativ auf die weitere Entgeltentwicklung aus. Auch arbeiten Frauen im Öffentlichen Dienst häufig in Teilzeit, was zur Lohndifferenz beiträgt. Aber auch unterschiedliche Bewertungskriterien seitens des Arbeitgebers bzw. Dienstherrn führen zu unterschiedlichen Eingruppierungen von Männern und Frauen und damit zu ungleicher Entlohnung. Hier ist der Arbeitgeber gefordert, die Leistung der Arbeitnehmer/innen objektiv und geschlechtsneutral zu bewerten und Männer wie Frauen gleich zu entlohnen. Mit dem Landesgleichstellungsgesetz und Frauenförderplänen gibt es im Öffentlichen Dienst jedoch erfolgreiche Instrumente, um grobe Benachteiligungen von Frauen entgegen zu wirken.

Damit die Ungleichbehandlung zwischen den Geschlechtern endlich abgebaut wird, ist vor allem die Politik gefragt. Ziel muss es sein, die infrastrukturellen Rahmenbedingungen so zu verbessern, dass Beruf und Familie besser vereinbar sind und insbesondere die Kinderbetreuung ermöglicht wird. Die beruflichen Chancen bzw. Wiedereinstiegs­möglichkeiten müssen für beide Geschlechter gleich und gesichert sein, damit der Gender Pay Gap endlich gen Null läuft. Für die Privatwirtschaft gilt es, die Entgeltdiskriminierung von Frauen abzubauen und diese in ihrem beruflichen Werdegang gezielt zu unterstützen und der Leistung angemessen zu entlohnen.

Mit dem Equal Pay Day, der 2008 ins Leben gerufen wurde, soll bundesweit auf die nach wie vor vorhandene Entgeltdiskriminierung hingewiesen werden. Er findet jährlich an einem anderen Tag statt und berechnet sich danach, wie viel Frauen in einem Folgejahr theoretisch mehr arbeiten müssten, um auf das durchschnittliche Vorjahresgehalt von Männern zu kommen. Frauen müssen also in diesem Jahr bis zum 25. März arbeiten, um auf das gleiche Jahresentgelt zu kommen, das Männer 2010 verdient haben. Vor drei Jahren noch fand der Equal Pay Day am 15. April 2008 statt. Eine kleine Verbesserung ist also in Sicht, aber nach wie vor sind die Lohnunterschiede zwischen Männer und Frauen enorm. Umso wichtiger ist es also, den Equal Pay Day zu unterstützen.

Online-Protestaktion der dbb bundesfrauenvertretung

Die dbb jugend nrw begrüßt die Protestaktion zum Equal Pay Day. Macht auch ihr mit und zeigt euren Protest gegen die Lohnungleichbehandlung zwischen Männern und Frauen. Wie ihr die Aktion unterstützt? Folgt einfach diesem Link und schickt an eure Kollegen, Freunde und Familie eine E-Card! Damit macht ihr auf die Entgeltdiskriminierung aufmerksam und unterstützt die weiblichen Beschäftigten in ihrem Anliegen, dass endlich geschlechtsspezifische Benachteiligungen abgebaut werden.