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| Jung und pleite - raus aus der Schuldenfalle |
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| 06.04.2011 |
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Täglich quillt das E-Mail Postfach über mit neuen Werbe- und Schnäppchenmails. Leicht ist online alles geordert, ohne auch nur eine einzige Münze in die Hand genommen oder einen Blick ins Portemonnaie geworfen zu haben. Und was nicht gleich geht, dass lässt sich auch bequem per Rate abbezahlen. Leicht verlieren vor allem junge Menschen da den Überblick und geben mehr Geld aus, als sie haben. Die Zahl der Privatinsolvenzen steigt.
Während die Anzahl der Firmenpleiten in Deutschland sinkt, geht die Zahl der Privatinsolvenzen nach oben. So viele Menschen wie noch nie haben im letzen Jahr Privatinsolvenz angemeldet. Damit erreicht die Statistik einen neuen Höchstwert. Fast 140.000 Menschen haben nach Informationen der Hamburger Wirtschaftsauskunft Bürgel diesen Weg aus der Schuldennot gewählt. Jeder zehnte Erwachsene kann nach dem aktuellen Schuldenatlas in Deutschland seine Schulden nicht mehr aus eigenen Einnahmen bedienen. Auffallend ist, dass immer mehr junge Leute zwischen 18 und 25 Jahren betroffen sind.
Das sind die Schuldenfallen
Schuldenfallen sind bei jungen Leuten vor allem Handys und aus dem Ruder laufende Mobilfunkrechnungen, Onlinekäufe oder Zahlungen, die mit EC-Karten getätigt werden. Das Herunterladen von Logos und Klingeltönen ist super easy, aber es kostet. Im Internet lauern zudem zahlreiche Fallen. Manchmal schließen Jugendliche beim Download begehrter Musiktitel oder lustiger Spiele Monatsverträge ab, ohne dass sie es selbst bemerken.
Gerade bei Jugendlichen führt nach Auskunft von Schuldenberatern oft auch fehlende Bereitschaft auf Konsumverzicht sowie mangelndes Rechtsbewusstsein beim Abschluss von verpflichtenden Verträgen in eine Überschuldung. Häufig zahlen gerade junge Leute Kosten, die mit wenig Aufwand reduziert werden oder gar wegfallen könnten. Typische Fälle sind beispielsweise unnötige Versicherungen oder falsche Telefontarife.
Kinder müssen Umgang mit Geld lernen
Zwar hat fast jeder Teenie ein eigenes Handy, doch reicht das eigene Geld oft nicht aus, um die Rechnungen zu begleichen. Eltern, die dann einspringen und die schiefe Finanzlage retten, tun in dem Moment nur scheinbar dem Spross etwas Gutes. Denn Zielgruppenstudien belegen, dass in diesem Stadium schon die Grundlage für ein Fehlverhalten von Jugendlichen im Umgang mit Geld gelegt wird. Wer nie lernt zu haushalten, der ist und bleibt damit vielleicht ein Leben lang überfordert.
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Sich mal eben beim Kumpel ein paar Euro leihen und sie nach dem nächsten Kellnerjob zurückzahlen. Das, was undramatisch beginnt, kann irgendwann in der Schuldenfall enden. Wenn die Rechnungen nicht mehr bezahlbar sind, versuchen viele das Problem zu ignorieren. Mahnungen, Mahn- und Vollstreckungsbescheide werden oft ungeöffnet weggelegt. Die Konten werden immer weiter überzogen und die Verbindlichkeiten steigen. Nur, wer den Tatsachen ins Auge blickt und rechtzeitig reagiert, kann das abwenden. Die Verbraucherzentralen helfen nicht erst bei einer drohenden Privatinsolvenz, sondern schon vorher: So findet man dort zum Beispiel Hilfe, wenn es um Internetabzocke oder Kaufvertragsabschlüsse geht.
Hilfe bei der Schuldnerberatung
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Immer mehr junge Leute geraten in die Schuldenfalle
Foto: © AllzweckJack / photocase.com |
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| Die Betroffenen verlieren häufig irgendwann den Überblick. Sie überschauen nicht mehr, welchen Forderungen sie noch nachkommen müssen, wo Kredite oder Stundungen offen sind. Hilfe finden sie in Schuldnerberatungsstellen, wie zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen oder sozialen Einrichtungen wie der Caritas, der Diakonie, Arbeiterwohlfahrt oder beim DRK, die kostenlos weiterhelfen. Sie unterstützen Ratsuchende bei der Analyse ihrer Gesamtsituation, beraten sie in hauswirtschaftlichen Angelegenheiten, klären über sozialrechtliche Leistungsansprüche auf oder geben Hilfe bei der Antragstellung und Regulierung von Miet- oder Energieschulden. Unterstützung bekommen Betroffene dort außerdem, wenn es darum geht, das Privatinsolvenzverfahren in die Wege zu leiten. |
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Wie funktioniert eine Privatinsolvenz?
Eine Privatinsolvenz empfehlen die Fachleute nur, wenn eine andere Lösung nicht mehr möglich ist. Hierbei wird der Schuldner, der in dieser Zeit nicht mehr Herr über sein Einkommen ist, von einem Insolvenzverwalter betreut, der sämtliche Einnahmen, die über der Pfändungsfreigrenze liegen, an die Gläubiger weiterreicht. Mit der privaten Insolvenz hat man die Chance, alle Schulden auf legalem Weg zu tilgen. In dieser Zeit zahlt man so viele Schulden ab wie möglich, ohne dass die Lebenshaltung gefährdet ist. Nach sechs Jahren werden dann die restlichen Schulden erlassen.
Damit man den privaten Konkurs allerdings eröffnen kann, muss man bestimmte Bedingungen erfüllen, die vom Gericht genau überprüft werden. Eine der Voraussetzungen ist, dass die Gläubiger größtenteils der Eröffnung des Verfahrens zustimmen und somit der außergerichtliche Einigungsversuch gescheitert ist. |
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