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| Vereinbarkeit von Ausbildung und Familie durch Teilzeitausbildung |
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| 27.04.11 |
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| Mehr als die Hälfte aller jungen Frauen mit Kindern sind ohne Berufsausbildung. Häufig lassen sich nämlich eine Vollzeitausbildung sowie die Kinderbetreuung zeitlich nicht vereinbaren. Seit 2005 gibt es für junge Eltern die Möglichkeit der Teilzeitausbildung, wodurch berufliche Ausbildung und Kindererziehung besser vereinbar sind. NRW hat dazu ein spezielles Ausbildungsprogramm initiiert. |
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Immer mehr junge Mütter und Väter absolvieren eine Ausbildung in Teilzeit
Foto: (c) by bella / fotolia.com |
Immer mehr junge Frauen (und Männer) stecken im gleichen Dilemma: sie sind jung, motiviert und möchten gerne arbeiten. Was ihnen fehlt: eine qualifiziere Ausbildung.
Hinzu kommt, sie haben ein oder mehrere Kinder und sind oft alleinerziehend. Dadurch können sie eine Vollzeitausbildung und die Kinderbetreuung nicht gleichzeitig bewältigen. Um die Zielgruppe der jungen Eltern gezielt zu unterstützen und ihnen eine berufliche Perspektive zu bieten, gibt es die Möglichkeit der Ausbildung in Teilzeit. 2005 wurde hierzu die gesetzliche Grundlage geschaffen und die Teilzeitausbildung im Berufsbildungsgesetz (BBiG) verankert. Im Fokus der Förderung stehen junge Frauen und Männer mit Familienverantwortung, besonders junge alleinerziehende Mütter im Alter von 22 bis 30 nehmen dieses Angebot wahr. Zu den Interessierten zählen aber auch diejenigen jungen Menschen, die Familienangehörige pflegerisch betreuen müssen. |
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Ziel ist es, jungen Müttern und Vätern die Chance auf einen Berufsabschluss zu geben. Denn gerade wegen ihrer Lebenssituation sind diese besonders motiviert, bringen hohes Organisationstalent mit und sind sehr verantwortungsbewusst. Das Angebot der Ausbildung in Teilzeit ermöglicht ihnen eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
In der Praxis gab es anfänglich jedoch reichlich Hindernisse, die Teilzeitausbildung auch umzusetzen. Es fehlten genaue Informationen und Anleitungen für Auszubildene und Ausbilder. Deshalb wurde 2009 in NRW das Programm „Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven eröffnen“ (TEP) ins Leben gerufen. Hier bekommen alle interessierten Frauen und Männer die notwendigen Informationen rund um das Thema Teilzeitausbildung, damit sie den Einstieg in eine berufliche Ausbildung erhalten und ihnen dadurch gleichzeitig eine Zukunftsperspektive eröffnet wird. Die praktische Umsetzung des Landesprogramm erfolgt durch Mitarbeiter der Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung (G.I.B.).
Bereits im Vorfeld einer Ausbildung führen die G.I.B.-Mitarbeiter individuelle Beratungen durch. Dazu gehört die Frage nach der passenden Ausbildung oder wie sich Beruf und Kinderbetreuung am besten organisieren lassen. Denn im Rahmen der Teilzeitausbildung ist vor allem die Kinderbetreuung besonders wichtig. Nur wenn diese sichergestellt ist, können die Azubis sich voll und ganz auf die Ausbildung und das Lernen konzentrieren. Auch den Betrieben/Unternehmen stehen die Mitarbeiter zur Seite und beantworten Fragen zur Umsetzung der Ausbildung, vermitteln Azubis und betreuen sie während der ersten Ausbildungsmonate.
In der Praxis bedeutet Teilzeitausbildung, dass die Ausbildungszeit im Betrieb/Unternehmen um 25 Prozent verkürzt wird – der Umfang der schulischen Ausbildung bleibt aber gleich. Die Azubis müssen daher in weniger praktischer Zeit das gleiche Pensum wie Vollzeitauszubildende erlernen. Auch die schulische Prüfung ist für alle Auszubildenden gleich. Die häufigsten gewählten Ausbildungsberufe sind Büroberufe, wie Bürokauffrau oder Verwaltungsfachangestellte.
Durch diese neue Ausbildungsform bekommen junge Menschen eine Chance, aus dem Strudel der Arbeitslosigkeit und finanziellen Abhängigkeit zu kommen, denn sie erhalten neben der beruflichen Perspektive auch ein Ausbildungsentgelt. Viele Unternehmen zahlen den Azubis das gesamte Gehalt, auch wenn sie nur in Teilzeit arbeiten. Die Teilzeitausbildung ist auch für die Unternehmen von Vorteil, denn einige Ausbilder haben nicht die finanziellen und zeitlichen Kapazitäten für eine volle Ausbildungsstelle. Mit der Teilzeitstelle können sie aber dennoch ausbilden und werden gleichzeitig als familienfreundlicher Betrieb anerkannt.
Neben dem NRW-Programm TEP haben sich auf Bundesebende viele weitere Projekte etabliert, die die Teilzeitausbildung unterstützen und zwischen angehenden Auszubildenden und Ausbildern vermitteln. Das TEP-Programm des Landes NRW wird durch Mittel des Europäischen Sozialfonds finanziert und ist eine Förderlinie im Rahmen des Handlungsprogramms „Brücken bauen in den Beruf“.
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Was 2009 als Pilot startete, hat sich als erfolgreiches Projekt etabliert, denn seither wurden insgesamt 600 jungen Frauen und Männer durch TEP unterstützt. Viele der Azubis haben nach ihrer Teilzeitausbildung auch direkt eine Anschlußstelle gefunden. Insgesamt 540 freie Teilzeitausbildungsplätze stehen im Ausbildungsjahr 2011/2012 zur Verfügung. Ziel muss es sein, eine noch eine größere Akzeptanz und Selbstverständlichkeit dieser Ausbildungsform zu erreichen ist, damit noch mehr junge (alleinerziehende) Frauen und Männer die Chance auf einen beruflichen Abschluss und eine Zukunftsperspektive erhalten.
Die dbb jugend nrw begrüßt das Landesprogramm sehr und hofft, dass durch die Teilzeitausbildung vielen weiteren jungen Müttern und Vätern die Chance auf einen Berufsabschluss ermöglicht wird. |
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