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Bloß nicht jung sein müssen!
23.11.2011  
Die Aussichten sind nicht gerade rosig: Jugendliche und Kinder sind eine Minderheit geworden. In einem 248 Seiten umfassenden Gesamtwerk bringt das Bundesinnenministerium diese und weitere Ergebnisse im Demografiebericht zu Papier. Nun müssen Taten folgen, denn für die Jugend sieht's nicht gut aus.
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Junge Menschen und Familien werden in Deutschland mehr und mehr zu einer Minderheit
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So ganz über Nacht ist es zu der demografischen Schieflage nicht gekommen. Doch obwohl sich die Misere schon länger abzeichnet und Jugendverbände, Jugendbeauftragte und Jugendinstitutionen seit langem darauf hinweisen, wurden noch keine probaten Lösungen gefunden, wie man das Problem in den Griff bekommen kann.

Der aktuelle Demografiebericht, den das Bundes­innenministerium jüngst veröffentlichte, belegt: "Im Vergleich zu Frankreich oder den nordischen Staaten ist in Deutschland der Geburtenrückgang besonders ausgeprägt. Die Lebenserwartung wächst gleichzeitig stetig." Das bringt einiges durcheinander, vor allem die Rente und die Gesundheitssituation. Denn wer soll das bezahlen? Die Antwort auf diese Frage bleibt uns die Politik schuldig.
Kinder und Jugendliche werden zu einem knappen Gut für die Gesellschaft. Im Jahr 2060 wird jeder Dritte mindestens 65 Jahre alt sein. Das wird gravierende Auswirkungen auf die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung haben. Bereits seit 40 Jahren liegt die Zahl der Geburten um ein Drittel unter dem Niveau, das zum Erhalt der Bevölkerungszahl notwendig wäre. Es gibt nicht nur mehr ältere Menschen als jüngere - ihre Lebenserwartung steigt auch immer weiter. 1955 bis 1964 gab es geburtenstarke Jahrgänge, die nach 2020 ihr Rentenalter erreicht haben werden.

Wer rechnen kann, stellt jetzt schon fest, dass die Rechnung nicht aufgehen kann. Es gibt immer mehr junge Menschen, die nicht nur ihren eigenen Lebensunterhalt sichern müssen, sondern zudem noch selbst Vorsorge für ihr Alter treffen müssen. Zusätzlich müssen sie für die soziale Absicherung der großen Masse älterer Menschen aufkommen. "Es kommt nicht von ungefähr, dass die Politik sich seit geraumer Zeit Gedanken darüber macht, wie sie Familien entlasten könnte und die Bildungschancen für alle Kinder verbessern kann", erklärt Markus Schallenberg, Vorsitzender der dbb jugend nrw.

Junge Menschen und Familien werden unausweichlich mehr und mehr zu einer Minderheit, deren Interessen in mancherlei Hinsicht nicht von vornherein deckungsgleich mit denen anderer Alters- und Bevölkerungsgruppen seien, schreibt das baden-württembergische Landesjugendamt in seinem Bericht 'Jugend und Demografie 2010'.

Nach einer Emnid-Umfrage aus dem Jahr 2007 im Auftrag des Familienministeriums wird die Politik, was die Generationengerechtigkeit betrifft, von 42 Prozent der jungen Erwachsenen als einseitig beurteilt. Für die befragten Jugendlichen ist ganz klar: Sie fühlen sich benachteiligt.

"Die einzige logische Konsequenz daraus wird sein, dass Jugendliche mehr Unterstützung und Förderung durch eine breite politische Lobby bekommen müssen", bringt es Schallenberg auf den Punkt. Auf die deutschen Jugendverbände werden viele neue Aufgaben zukommen. Dazu Schallenberg weiter: "Mit dem Veröffentlichen eines Demografieberichts lösen sich die vorhandenen und kommenden Probleme jedenfalls nicht."