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24h-Mahnwache vor der Düsseldorfer Staatskanzlei
22.02.2013  
Im Schatten der Staatskanzlei in Düsseldorf schlägt die Deutsche Beamtenbund-Jugend Nordrhein-Westfalen (dbb jugend nrw) am Montag, 25. Februar, ab 10 Uhr ihr Quartier für 24 Stunden auf. Vor der Arbeitsstätte ihrer obersten Dienstherrin, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, halten die jungen Beschäftigten, deren Arbeitgeber das Land Nordrhein-Westfalen ist, ihre Fahnen hoch. Für sie geht es um mehr als um 6,5 Prozent Gehaltserhöhung im Tarifstreit. Es geht um ihre Existenz.
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Rund 30 junge examinierte Krankenpfleger und Krankenschwestern wird das Uniklinikum Düsseldorf nach bestandener Ausbildung Ende Februar auf die Straße entlassen. Sie haben dann zwar das Examen in der Tasche und das Land hat viel Geld in ihre dreijährige, qualifizierte Ausbildung investiert. Doch da, wo man sie ausgebildet hat, will man sie nicht haben. Das Uniklinikum hat kein Geld, die selbst Ausgebildeten zu beschäftigen. Ein Paradoxon, denn es herrscht dort ein Personalnotstand. Auch im Sinne der Patientenversorgung wäre das dringend nötig.
"Das ist nicht das erste Mal, dass ein gesamter Krankenpflegerkurs nach der Ausbildung nicht übernommen wird", erklärt Personalratsmitglied Michael Kürten im Vorfeld der 24-Stunden-Mahnwache vor der Staatskanzlei in Düsseldorf. Als dbb-Erwachsenen­verband hat sich die gewerkschaftliche Vertretung der Landesbeamten, -angestellten und -arbeiter (VdLA NRW) dem Ruf der dbb jugend nrw angeschlossen und demonstriert dort zusammen für die eine Sache: Die Übernahme junger, gut ausgebildeter Menschen. Anschließen werden sich u.a. auch Fachgewerkschaften wie die Junge Polizei NRW, die Deutsche Justizjugend NRW, die Deutsche Steuergewerkschaftsjugend NRW und die Komba Gewerkschaft.

Ab Montag, 25.02.13, 10 Uhr schlägt die dbbj nrw vor der Staatskanzlei für 24 Stunden ihr Lager auf

Vor der Aachener Uniklink machte die dbb jugend nrw am 20. Februar schon deutlich: Es reicht!
"Unsere Landesmutter trägt die Verantwortung für ihre Mitarbeiter. Sie wird ihrer Pflicht nicht gerecht, die Jugendlichen in den Landesverwaltungen nicht nur ausbilden zu lassen, sondern sie auch darüber hinaus zu beschäftigen", moniert Markus Schallenberg, Vorsitzender der dbb jugend nrw. Wie katastrophal die Zustände durch massive Personalengpässe in den Landeskliniken wie auch in verschiedenen Verwaltungs­bereichen sind, wird auch am Aachener Klinikum deutlich, vor dem die dbb jugend nrw am vergangenen Mittwoch eine Mahnwache hielt. Dort schieben die rund 1.800 Pfleger 60.000 Überstunden vor sich her, ohne die Aussicht auf Freizeitausgleich. Ähnliches zeigt sich in der Düsseldorfer Uniklinik.
Nach ihrer Ausbildung bewerben sich die Auszubildenden in kommunalen Krankenhäusern und Privatkliniken, die besser zahlen als in den Landeskliniken, in denen die pflegerische Belastung zudem ungleich höher ist. "Dadurch, dass bei der Tarifrunde im letzten Jahr die Kommunen ein Gehaltsplus von 6,3 Prozent erstreiten konnten, wird der jetzt schon herrschende Gehaltsunterschied zwischen den Beschäftigten der kommunalen Krankenhäuser und denen der Landeskliniken ungleich höher ausfallen, wenn die Arbeitgeber bei ihrer starren Verweigerungshaltung bleiben", so Schallenberg. Die Arbeitgeberseite ignoriert bislang die Forderung des dbb nach 6,5 Prozent mehr Gehalt.

Bei der Polizei NRW finden jedes Jahr rund 1.400 Schulabgänger einen Ausbildungsplatz. "Doch auch hier entpuppt sich die gute Nachricht auf den zweiten Blick als ihr Gegenteil", sagt Schallenberg. Schon seit Jahren machen der dbb und die dbb jugend nrw darauf aufmerksam, dass der demografische Wandel die Öffentlichen Verwaltungen hart treffen wird. Jannik Doktorowski, Vorsitzender der Jungen Polizei in NRW kennt dazu die Zahlen: "In drei Jahren werden bei der Polizei jedes Jahr 2.000 bis 3.000 Beschäftigte in den Ruhestand gehen." Berücksichtigt man zudem, dass von 1.400 Auszubildenden jährlich rund zehn Prozent abbrechen, fehlen Polizisten in der Menge einer ganzen Hundertschaft jedes Jahr auf den Wachen. "Diese freien Ausbildungsstellen werden dennoch nicht neu besetzt", so Doktorowski.
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Aus diesem Grund wird die dbb jugend nrw im Rahmen der 24-Stunden-Mahnwache in der Staatskanzlei ein Forderungspapier übergeben. "Seit Jahren liegen die demografischen Zahlen auf dem Tisch, aber die Politik tut nichts", kritisiert der Chef der dbb jugend nrw. "Das ist keine Logik, das ist ein Skandal." Alleine aus diesem Grund müssen, so die Kernforderung, die jungen Menschen im Landesdienst eine sichere Übernahme garantiert bekommen.