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Pfeifkonzert und Protest in Magenta
09.02.2017  
Den Landesbeschäftigten im Öffentlichen Dienst ist es ernst. Sie wollen mehr Anerkennung und ein deutliches Plus im Portemonnaie. Dafür gingen sie jetzt in Düsseldorf auf die Straße und färbten die Stadt in Magenta ein.
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Laut pfeifend und mit magentafarbenen Fahnen und Transparenten ausgestattet zogen rund 3.000 Beschäftigte aus dem Öffentlichen Dienst durch die Landeshauptstadt. Ihr Ziel: Bewegung in den bislang ergebnislos verlaufenen Tarifstreit zu bringen. Dabei geht es um viel, denn die rund 1,1 Mio. Landesbediensteten wollen den Beschäftigten in Bund und Kommunen nicht länger nachstehen. Sie wollen die Einkommenseinbußen, die sie in den letzten Jahren hinnehmen mussten, nun endlich ausgeglichen wissen. Darum fordern sie mit Nachdruck ein Plus von sechs Prozent.

Landesjugendleiter Hillnhütter machte sich für die Jugendforderungen in der Einkommensrunde stark
Dies sei auch dafür nötig, um den Kampf um die besten Köpfe nicht zu verlieren, betont der Vorsitzende der dbb jugend nrw, Jano Hillnhütter, bei seiner Ansprache auf der Kundgebung vor dem Finanzministerium des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Vor allem vor dem Hintergrund der Überalterung stellte er es als Muss heraus, einen attraktiven Arbeitsplatz zu bieten. Mit Blick auf die jungen Beschäftigten hielt er fest, dass das Land beispielsweise an der Fachhochschule Nordkirchen hastig hunderte von Wohncontainern aufgestellt habe, um überhaupt die Unterbringung der dringend benötigten Auszubildenden zu gewährleisten. "Anwärter in Dosen" werden die genannt - von attraktiver Nachwuchswerbung könne da kaum die Rede sein.
Er lenkte darum den Blick der Arbeitgeber auf die Forderungen der Jugend, die in einer unbefristeten Übernahme aller Auszubildenden besteht, der Erhöhung der Ausbildungsgehälter um 90 Euro sowie einer Gleichstellung aller Beschäftigten durch einen Urlaubs­anspruch von 30 Tagen. Dieser werde derzeit den Auszubildenden nämlich nicht zugestanden.

"Seit Jahren liegt die Zahl der befristeten Beschäftigten unter 35 Jahren bei über zwölf Prozent", so Hillhnhütter. Damit liege man bereits über dem Anteil der Privatwirtschaft. Das habe nicht nur für die Betroffenen - wie beispielsweise junge Lehrer in NRW - dramatische Folgen. "Top ausgebildet und hoch qualifiziert müssen sie sich mit befristeten Teilzeit-Stellen abfinden. Vielfach werden sie dann auch pünktlich vor den Schulferien in die Arbeitslosigkeit entlassen", moniert er vor dem Publikum, das laut pfeifend zustimmt.

Für die LJL der dbbj nrw ist die Sache klar: "Selbst Chuck Norris gibt seinen Azubis 30 Tage Urlaub!"
Mit Blick auf die immense Mehrbelastung vieler Bereiche des Öffentlichen Dienstes durch die Flüchtlingssituation verwies er auf die starke Leistungsfähigkeit der dort Beschäftigten, die sich nun auch monetär auszahlen müsse. "Wer die Attraktivität des Öffentlichen Dienstes erhöhen will, der muss seine Azubis auch vernünftig bezahlen", so Hillnhütters Forderung.

Mit weiteren Protestveranstaltungen will der dbb beamtenbund und tarifunion in den nächsten Tagen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen und ein Umdenken in Gang bringen. Damit nicht auch die dritte Tarifrunde ergebnislos bleibt.