impressum kontakt drucken suchen
 
Startseite Die dbbj nrw Aktuelles Arbeitsfelder Seminare Fotoalben Downloads
MeldungenTermineeRundschreibenrss-Feed
Nachgefragt bei Marcel Huckel
02.06.2017  
Mehr zum Thema
>>>
alle LJL-Interviews
Die Landesjugendleitung hat Nachwuchs bekommen. Marcel Huckel heißt einer der neuen stellvertretenden Landesjugendleiter. Hier erfahrt ihr, wie er drauf ist, was er in Sachen Gewerkschaftsarbeit wichtig findet, was er sonst in seiner Freizeit so macht und was der größte Flop seines Lebens war:
Mit welchen Eigenschaften würdest du dich beschreiben?
Ich würde sagen: Ich ruhe sehr in mir und bin ausgeglichen. Man beschreibt mich als höflich und ehrlich. Ich komme aus dem Ruhrgebiet, da sagt man, was man denkt. Was mir auch wichtig ist: Ich bilde mir gerne eine zweite Meinung und habe ein offenes Ohr, wenn jemand mit einem Anliegen zu mir kommt.

Warum bist du gewerkschaftlich aktiv geworden?
Wenn man mitten im Berufsleben steht, stößt man unweigerlich auf Mängel, Probleme und Schwierigkeiten. Teilweise können diese Mängel für die Betroffenen gefährlich werden und sind dennoch leicht zu beheben: So fehlten in einigen Polizeibehörden Leuchtwesten für unsere Kommissaranwärter und Anwärterinnen. Die Streifenwagen sind leider nur für zwei Beamte mit Leuchtwesten ausgerüstet und sehen keine für die Anwärter und Anwärterinnen vor. Die gute Sichtbarkeit der Kollegen und Kolleginnen im Straßenverkehr, insbesondere bei Verkehrskontrollen, sind unabdingbar. Über solche Zustände mag ich nicht hinwegsehen. Durch die Gewerkschaftsarbeit hat man die Möglichkeit, mit Entscheidungsträgern in Kontakt zu treten und so etwas zu verändern.

Ein weiterer Schlüsselaspekt für mich war, dass die Gewaltangriffe gegen Beamte des Öffentlichen Dienstes im zweistelligen Bereich (PKS Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamte) zunahmen. Auch hier halte ich es für höchst notwendig, dass man auf solche Punkte hinweist und eine Änderung herbeiführt. Meiner Meinung nach kann es nicht sein, dass Menschen, die für unser Werte- und Ordnungssystem eintreten, attackiert, geschlagen und beleidigt werden.

Hast du persönliche Vorbilder?
Ich habe Vorbilder, aber das sind private Vorbilder, die anderen nicht bekannt sind. Darunter nahe Familienangehörige und mein ehemaliger Fußballtrainer (ein ehemaliger SEK-Beamter). Sie alle zeichnet aus, dass sie ihr Ziel fokussiert verfolgen, Herzblut einbringen und immer in den Spiegel gucken konnten.

Wann ist ein Gewerkschafter ein guter Gewerkschafter?
Ein guter Gewerkschafter sollte den Bodenkontakt nicht verlieren. Er sollte sich für seine Kollegen und deren Sorgen und Nöte im Berufsalltag stark machen.

Was bringt dich auf die Palme?
Ungerechtigkeit, auch wenn das pathetisch klingt.

Stört dich das schlechte Image von Gewerkschaftern bei Arbeitgebern?
Bei uns ist das nur zum Teil so. Es hängt ja sehr stark von den handelnden Akteuren ab. Mancher möchte nicht gerne kritisiert werden. Andere hingegen schätzen es, auf blinde Flecken hingewiesen zu werden, um ein klareres Bild zu gewinnen.

Mir fällt bei der Gewerkschaftsarbeit aber ein weiteres Problem ins Auge: Inzwischen sind die Personaldecken vielerorts so dünn, dass es nicht immer einfach ist, gewerkschaftlich aktiv zu sein. Da es hierbei zu Diskussionen über einen freien Tag mit dem Arbeitgeber kommt, wird die Gewerkschaftsarbeit hin und wieder kritisch gesehen.

Deine Stärken?
Ich bin ein sehr guter Zuhörer und kann empathisch reagieren. Als Stärke sehe ich auch meinen Optimierungswillen an.

Deine Schwächen?
Eine große Schwäche ist, dass ich immer das bestmögliche Ergebnis erzielen möchte. Hierbei lege ich auch auf die kleinen Details hohen Wert. Dies führt meist zu Mehrarbeit.

Lieblings Internet-Site?
Ich schaue sehr gerne Dokumentationen und mag handwerkliche Arbeiten. Bei youtube findet sich da immer vieles. Zum Beispiel wie man das Abgasrückführungsventil seines Autos wechselt. :-)

Liebstes Hobby?
Motorrad fahren, essen gehen und Spieleabende mit Freunden.

Dein bislang größter Erfolg?
Oh, da würde ich keinen einzelnen nennen. Viele Dinge, die ich mir als Ziel gesetzt habe, sind in Erfüllung gegangen.

Dein bislang größter Flop?
Ich habe mal während einer Sonder- und Wegerechtsfahrt einen Streifenwagen beschädigt und bin wegen des geplatzten Reifens und der zerstörten Achse nicht am Zielort eingetroffen.

Ohne was kommt ein Gewerkschafter nicht aus?
Ganz wichtig: Ohne Rückhalt im Privaten! Aber natürlich auch nicht ohne freundschaftlich-zwischenmenschliche Kontakte und Engagement in der Sache.

Wo sollte die dbb jugend nrw tiefer einsteigen?
Der Staat versucht an vielen Stellen, durch die Beschäftigung von Angestellten einen schlankeren Beamtenapparat zu schaffen. Zudem erhalten die Angestellten oftmals befristete Verträge. Ich finde, dass das ein Unding ist und der geleisteten Arbeit keine Wertschätzung entgegenbringt. Diese Kolleginnen und Kollegen dürfen wir nicht vergessen.

Auch die aktuellen Kampagnen "Gefahrenzone Öffentlicher Dienst" , "Die Unverzichtbaren" und die Übergriffe auf die im Öffentlichen Dienst Tätigen müssen intensiviert und fortgeführt werden, da wir in diesem Dauerlauf noch nicht die Ziellinie erreicht haben.

Was sind Positionen, die du gerne thematisieren würdest?
Das Thema Sicherheit liegt mir auf Grund meines Berufs ganz nahe. Aber auch für den Themenbereich IT-Infrastruktur kann ich mich sehr begeistern.

Was soll dir mal nachgesagt werden?
Ich würde mir wünschen, dass man mir nachsagt, dass ich der geblieben bin, der ich bin. Dass ich Mensch geblieben bin.