impressum kontakt drucken suchen
 
Startseite Die dbbj nrw Aktuelles Arbeitsfelder Seminare Fotoalben Downloads
Kostenloser HIV-Test geht weiter - auch dank dbb jugend nrw
18.08.2017  
Bei der Aidshilfe Düsseldorf kann man sich auf HIV testen lassen. Vor allem für junge Menschen und Flüchtlinge ist es wichtig, dass das irgendwo kostenlos möglich ist. Doch im September wird das Geld für die kostenfreie Testung aus sein. Die Mitglieder der dbb jugend nrw haben in die Tasche gegriffen und tragen damit zur Verlängerung des Projekts bei.

Rund 2700 Menschen in Nordrhein-Westfalen wissen nicht, dass sie mit HIV infiziert sind. 500 sterben aufgrund von Unwissenheit jedes Jahr deutschlandweit an den Folgen der Infektion. Ein Besuch bei der Aidshilfe Düsseldorf kann Klarheit bringen. Um die Hemmschwelle vor allen Dingen für junge Menschen und Flüchtlinge zu senken, wird dort ein kostenloser und anonymer HIV-Test angeboten - dienstags zwischen 19 und 21 Uhr.

Ohne Spenden keine kostenlose Testung

"Diese Möglichkeit finanzieren wir aus Spendengeldern", sagt Helmut Kiolbassa. Er arbeitet bei der Aidshilfe Düsseldorf als Leiter des Bereichs Prävention und Jugendprävention. Noch bis September können die Helfer des gemeinnützigen Vereins die kostenlosen Test­wochen durchführen. Dann ist das Geld aufge­braucht. Wäre da nicht auch die dbb jugend nrw.

Schon lange ist die Aidshilfe Düsseldorf nämlich einer der festen Kooperationspartner des gewerkschaftlichen Jugenddachverbandes, der die Arbeit der Einrichtung immer wieder unterstützt. Zuletzt durch eine Spenden­sammel­aktion. "Die haben wir anlässlich unseres 19. Landesjugendtages in Bergisch Gladbach durch­ge­führt", sagt Moritz Pelzer, Vorsitzender der dbb jugend nrw. Zusammengekommen sind dabei 972 Euro, die der Verband auf 1250 Euro aufrundet. Jetzt konnte die Spende übergeben werden.
Flüchtlinge kommen häufig mit Ungewissheit

Kiolbassa freut sich für die Aidshilfe Düsseldorf darüber, dass Dank der Spendenbereitschaft aus den Reihen der jungen Mitglieder der dbb jugend nrw die kostenlose Testung erst einmal weitergehen kann. Denn in Düsseldorf drängt - ebenso wie an vielen anderen Orten auch - seit dem Beginn des Flüchtlingszustroms ein neues Problem: "Durch allein reisende, männliche Flüchtlinge zeigt sich ein neuer Bedarf", sagt Kiolbassa. Dort will die Aidshilfe Düsseldorf in Zukunft mit ihrer Aufklärung einen neuen Schwerpunkt legen. Eine HIV-Testung gehört als eine Initiative dazu. Sie kommt aber auch vor allem jungen Menschen zugute, denen das Geld für einen Test fehlt.

Helmut Kiolbass (2.v.r.) freut sich für die Aidshilfe Düsseldorf über die Spende der dbb jugend nrw
"Wir müssen diese Angebote besonders niederschwellig anbieten", sagt Kiolbassa. Dazu gehört unter anderem die anonyme Testmöglichkeit. Sonst wäre das Vorhaben bei allem guten Willen zum Scheitern verurteilt. "Es ist wichtig, frühstmöglich diejenigen zu entdecken, die HIV-positiv sind, damit niemand in der Endphase der Infektion Aids entwickeln muss", so der Präventionsexperte. Das nämlich ist auch heute noch eine schwerwiegende chronische Erkrankung. Wird sie nicht lebenslang behandelt, führt sie unweigerlich auch heute noch zum Tod.

500 Todesfälle durch HIV jedes Jahr in Deutschland
Mehr zum Thema
>>>
Aidshilfe Düsseldorf e.V.
"In Deutschland gibt es jedes Jahr rund 500 Todesfälle", sagt Helmut Kiolbassa. Unentdeckte HIV-Infektionen sind eine häufige die Ursache dafür. Eine aktuelle Hochrechnung des Robert-Koch-Instituts kommt auf eine Zahl von 18.500 Menschen, die allein in NRW HIV-positiv sind. Zum Teil sind sie bereits an Aids erkrankt, ohne davon zu wissen. Oft liegt das daran, dass sich die Betroffenen nicht zu einer Risiko­gruppe zählen. Aber nicht nur das führt zu kritischen Situationen. Auch die Tatsache, dass eine Infektion medizinisch übersehen wird, ist auch in einer aufgeklärten Gesellschaft immer noch Realität.

Frühe Erkennung rettet Leben

Dank der Forschung stehen jedoch antivirale Medikamente zur Verfügung, die den Ausbruch der Krankheit verhindern. Die Einnahme der Medikamente ist lebensrettend. Eine Errungenschaft der modernen Medizin. Starke Medikamente sind in der Lage, das Virus an mehreren Stellen gleichzeitig zu blockieren und es an der Weiterverbreitung zu hindern. In den 80er Jahren war das noch nicht so. Damals bedeutete ein positiver HIV-Test in aller Regel das Todesurteil.

Dennoch verschweigt Kiolbassa nicht, dass die Behandlung auch heute noch starke Nebenwirkungen haben kann. "Magen-Darm-Problemen mit chronischen Durchfällen zählen dazu, Taubheit der Nerven-Enden, Fett­verteilungs­störungen oder ein erhöhtes Krebs- und Infarktrisiko sowie Nierenversagen sind mögliche unerwünschte Wirkungen." Doch für die Betroffenen bleibt keine Wahl.

Für viele ist jedoch die Hemmschwelle, sich im Gesundheitsamt oder beim Arzt testen zu lassen, sehr hoch. Darum erweist es sich als erleichternd, den HIV-Antikörpertest bei einer Non-Govermental-Organisation wie der Aidshilfe machen zu können. In Düsseldorf besteht dort nicht nur die Möglichkeit, sich auf HIV testen zu lassen, sondern auch auf die Geschlechtskrankheiten Syphilis und Hepatitis C.