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Wie die dbb jugend nrw in China zum liebsten Fotomotiv wurde
29.08.2017  
Fotoalbum
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Fotoalbum der China-Reise
Als Europäer so etwas wie ein Fotomodel zu sein, das kann schon mal passieren, wenn man in anderen Kulturen unterwegs ist. Susanne Aumann hat das bei der Austauschmaßnahme der dbb jugend nrw in China am eigenen Leib erlebt. Blöd nur, wenn man in Sneakers und Jeans dasteht, wenn Gala-Outfit gefragt ist. Wie es dazu kam und welche pfiffige Lösung Susanne gefunden hat, lest ihr hier:
Dass die Delegationsreise in die Volksrepublik China keine Urlaubsreise werden würde, darauf hatte die Aachener Kombanerin Susanne Aumann sich einge­stellt. Als der Flieger in Peking aufsetzte, verstand sie so langsam, was das bedeutet. Im positiven Sinne: Kein Geld wechseln, die Verbindung zum Hotel auskund­schaften, Koffer schleppen und mit Bus, Bahn oder Taxi in die Stadt fahren. Stattdessen: Ein herzlicher Empfang durch den Partner der dbb jugend nrw, der sich bereits um alles gekümmert hatte.

"Man hat uns jeden Wunsch von den Augen abgelesen und wir konnten spüren, dass es unseren Gastgebern das größte Anliegen war, dass es uns gut geht und dass es uns an nichts fehlt", sagt sie. Schon die Art und Weise, miteinander umzugehen, war für die 27-Jährige eine neue Erfahrung. "Das Zwischenmenschliche und die Beziehung zueinander scheint oftmals wichtiger als alles andere zu sein", schildert sie ihre Eindrücke.

55 Minderheiten und einige kennengelernt

Susanne (vorne im Bild) freut sich über den
Besuch des Himmelstempels in Peking
Vielleicht ist das die Grundvoraussetzung dafür, dass eine Vielzahl von ethnischen Minderheiten in friedlicher Koexistenz neben den Han-Chinesen leben kann, die rund 90 Prozent der Bevölkerung ausmachen. "Wir haben einige der Minderheiten, ihre Kultur und Gebräuche kennenlernen dürfen", sagt sie. Das allerdings bedeutete Fahrten in abge­legene Ecken. Drei Orte besuchten die Mitglieder der Delegation in der Provinz Yunnan. Alle waren sie verschieden.

Bewegte Bilder: Tanzfolklore der Yi
Wie verschieden, das konnten die Mitglieder der Delegation beim Besuch eines Parks erleben, in dem sich 25 der insgesamt 55 ethnischen Minderheiten eigens in kleinen Dörfern vorstellten. "Dort konnten wir selbst richtig in das Leben und die jeweilige Kultur eintauchen", sagt Susanne. Sie hat das genutzt: getanzt, Musik gemacht und sich beim Messerschleifen versucht. Später ergänzen Besuche einzelner Volksgruppe in ihren Dörfern den Eindruck: Bei den Yi gehört es bei­spiels­weise zum normalen Leben, dass sich Jung und Alt abends auf dem Marktplatz treffen und miteinander tanzen.
Video-Interview
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Was ist Susannes Resümee am letzten Tag der Reise?
Eine zunächst befremdliche Erfahrung, die Susanne beim Besuch in verschiedenen Orten machte: "Als Europäer waren wir manchmal eine echte Attraktion. Wir wurden sehr oft fotografiert, weil die Chinesen es so toll fanden, Europäer zu sehen". An einem Abend war die deutsche Delegation nach einem der offiziellen Termine noch gemeinsam durch die Stadt geführt worden. "Im schicken Outfit waren wir das optimale Fotomotiv", erzählt Susanne.

Ein Bett, ein Stuhl - mehr nicht

Was ihr selbst immer wieder ins Auge stach: Das große Gefälle zwischen Arm und Reich. In Erinnerung geblieben ist ihr ein Besuch in einem kleinen Bergdorf, in dem gerade umfassende Renovierungsarbeiten stattfanden. "Wir kamen gerade aus der neun Millionen Einwohnerstadt Kunming - das ist für chinesische Verhältnisse noch klein - und sind in einer dreistündigen Fahrt in ein Bergdorf gelangt", sagt sie. Dort hatte die Gruppe die Gelegenheit, einen Blick auf die Wohnsituation der Bevölkerung zu werfen. Als Susanne in eines der Häuser blickte, verschlug ihr das den Atem. "Es stand ein Stuhl drin und ein Bett. Sonst nicht mehr viel", erinnert sie sich. Zu dem nur wenige Stunden entfernten Leben in der Stadt und auch der eigenen Unterbringung in guten Hotels ein krasser Gegensatz. Was Susanne jedoch beeindruckt: "Man konnte sehen, dass sie glücklich sind."

Kleidertausch rettet Empfang

Gruppenfoto der China-Reisenden:
Auch bei Stress bleibt Susanne gelassen
Neben solch ernsten Szenen erinnert sie sich auch an eine lustige Begebenheit, die unmittelbar nach einem Hotelwechsel passierte. Die Gruppe war sehr unter Zeitdruck. Erst gegen 15 Uhr erreichte sie das Hotel, eine Stunde später schloss sich ein offizieller Termin mit dem Vize-Gouverneur der Provinz an. Eine hochrangige Begegnung: Es war Gala-Outfit gefragt. Also zogen sich alle auf ihre Zimmer zurück, um sich schnell frisch zu machen und umzuziehen. Nicht aber Susanne. Ihr Koffer war weg. "So konnte ich unmöglich bleiben. Ich stand da in Sneakers und Jeans." Doch die Suche nach dem Gepäck führte auf die Schnelle nicht zum Erfolg. Eine andere Lösung musste her. Kurzerhand lieh sie sich von den anderen Mitreisenden das Gala-Outfit zusammen. "Eine Stunde später stand ich in einem Kleid, das mir nicht gehörte und fremden Pumps beim Empfang", sagt sie. Dort löste sich auch das Geheimnis um den verloren gegangenen Koffer. Er war versehentlich auf das Zimmer der chinesischen Delegationsbetreuung gebracht worden.
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Ein weiterer China-Bericht
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Was waren Susannes Erwartungen vor der Reise?
Neben amüsanten Geschichten wie diesen ist der jungen Aachenerin auch die besondere Vielfalt des chinesischen Essens im Gedächtnis geblieben. "Wir waren neun Tage unterwegs und die Chinesen essen dreimal am Tag warm. Wir hatten kein einziges Mal ein Gericht doppelt in dieser Zeit", sagt sie. Dafür allerdings mussten die Gruppe aus Deutschland Experimentierfreude zeigen: Neben Schweine­hirn und Hühnerfüßen überraschten die chinesischen Gastgeber sie auch mit Delikatessen wie frittierten Heuschrecken und Maden.

Und was nun ist das schönste Gastgeschenk aus dem Reich der Mitte? Susanne zögert keinen Augenblick: "Ein Etui für Visitenkarten - in Magenta!"