impressum kontakt drucken suchen
 
Startseite Die dbbj nrw Aktuelles Arbeitsfelder Seminare Fotoalben Downloads
MeldungenTermineeRundschreibenrss-Feed
Tarifrunde - Es ist bewiesen, dass wir schlechter gestellt sind
12.03.18  
Sparmaßnahmen haben den Öffentlichen Dienst in den letzten Jahren austrocknen lassen. In dieser Tarifrunde haben die Beschäftigten der Kommunen und des Bundes nun die Hoffnung, dass sich daran etwas ändert. So schätzt der Vorsitzende der dbb jugend nrw die Chancen ein.

Die Position der Verhandlungsführer für den Öffentlichen Dienst ist klar: Sie fordern sechs Prozent mehr. Das wäre nötig, um den Öffentlichen Dienst wieder attraktiver zu machen. Warum genau und wie die Verhandlungen nach einer ersten ergebnislosen Runde wohl weitergehen werden, schätzt Moritz Pelzer, Vorsitzender der dbb jugnd nrw hier für euch ein:

Der Tarifexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft, Hagen Lesch, hält die Fokussierung der Forderungen auf den Lohn für sehr unkreativ im Vergleich zu den Forderungen anderer Gewerkschaften. Warum sind aber das genau die richtigen Forderungen?

M. Pelzer: Es gibt viele Gründe dafür, warum das angemessene Forderungen sind. Erstens ist es wichtig, der allgemeinen Inflationsentwicklung entgegenzuwirken. Zweitens ist es aus sozialen Erwägungen heraus notwendig. Besonders die kleinen und mittleren Gehaltsgruppe sollten eine Aufstockung erfahren. Eine aktuelle Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft zeigt drittens, dass es eine Differenz zwischen den Löhnen in der Privatwirtschaft und dem Öffentlichen Dienst gibt. Es ist also bewiesen, dass wir schlechter gestellt sind und bei der Einkommensentwicklung hinten anstehen.
Und zu guter Letzt kann ich nur herausstellen, dass wir im Öffentlichen Dienst quasi keine Sonderzahlungen bekommen, die in der Privatwirtschaft aber durchaus üblich sind. Bei einer großen Raffinerie beispielsweise steht es den Beschäftigten frei, für 1000 Euro im Jahr kostenlos zu tanken. Bei Kaufhäusern gibt es deutlich reduzierte Angebote für die Mitarbeiter. So etwas gibt es im Öffentlichen Dienst nicht.

Warum schaut man so wenig auf die allgemeinen Arbeitsbedingungen und macht die zum Gegenstand der Verhandlungen?

M. Pelzer: Wir sind in einer Tarifgemeinschaft mit verdi. Beim Entwickeln von Forderungen müssen wir stets nach einem Konsens suchen. Zudem gibt es bei der Tarifrunde für Bund und Kommunen so viele ver­schie­dene Konstellationen, dass man sich schwer täte, etwas abseits des Lohns zu verhandeln.

Im Interview zur Einkommensrunde im Öffentlichen Dienst: Landesjugendleiter Moritz Pelzer
Die Medien prognostizieren ein hartes Ringen in diesem Jahr. Wie schätzt du die Situation ein?

M. Pelzer: Ebenso. Es wird definitiv ein hartes Ringen werden. Denn schon in der ersten Verhandlungsrunde wurde deutlich, dass über die von uns geforderten 100 Euro mehr Ausbildungsgehalt nicht einmal geredet werden soll. Das ist ein hartes Signal in Richtung Nachwuchs und Attraktivität des Öffentlichen Dienstes.