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Warum nicht egal ist, was du isst
24.07.2018  
Depressiv durch Hamburger? Krebskrank durch Pizza? Was sich wie der blanke Horror liest, ist durch neue Ernährungs­studien belegt. In unserer Serie rund um das Jahresthema "Tu’s für dich - gesund leben und arbeiten" verraten wir dir, was falsche Ernährung sonst noch mit dir macht.

Esst mehr Obst! - Die Mitglieder der Landesjugendleitung gehen mit gutem Beispiel voran
Verrückte Welt: 1,7 Millionen Menschen auf der Welt sterben jedes Jahr an den Folgen von Hunger und Unterernährung, offenbart die Global Burden of Disease Study. Doch weitaus mehr Menschen kommen inzwischen durch ein Leben im Überfluss um: 11,3 Millionen Menschen sterben an den gesundheitlichen Folgen falscher Ernährung - im Wohlstand.

Mehr Menschen sterben durch Über- als Unterernährung

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Bluthochdruck ist Todesursache Nummer eins in der Welt. Er wird durch Über­gewicht und falsche Ernährung getriggert. Überernährung erweist sich also als eines der Hauptprobleme. Ein zu hoher BMI ist Grund für 4,4 Millionen Todesfälle. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) waren im Jahr 2014 mehr als 1,9 Milli­arden Menschen übergewichtig. Auch die Anzahl der Diabetespatienten schnellt nach oben: Weltweit leiden 382 Millionen Menschen unter der ernährungs­bedingten Stoffwechselerkrankung. Bis 2035 werden es voraussichtlich 592 Millionen Diabetiker sein.

Der Grund: Döner, Pizza oder Currywurst und der Deutschen liebstes Kantinenessen Schnitzel mit Pommes kommen zu häufig auf den Tisch. Fastfood wie dieses stillt zwar schnell den Hunger, aber der übermäßige Verzehr macht krank. Wie viele auf den schnellen Snack zurückgreifen zeigen Studien: Der Verzehr von Fastfood stieg in Deutschland in den letzten zehn Jahren um rund 23 Prozent an. Wissenschaftler warnen vor der Zunahme von Krebserkrankungen durch solch schlechte Ernährung. Denn in den Wohlstandsländern wächst beinahe jeder vierte bösartige Tumor im Verdauungstrakt.
Welche Nahrung uns umbringt

Stellt sich also die Frage: Welche Nahrung macht eigentlich krank und was wäre gesünder? Kohlehydratreiche Kost aus Weißmehl, Fastfood, überzuckerte Lebensmittel und Softdrinks zählen zu den Hauptproblemen auf dem Speiseplan. Kurz in der Kantine ein Wurst-Brötchen mit Remoulade, in der Pause zwischendurch einen Schokoriegel und auf dem Weg nach Hause ein Teilchen auf die Hand. - Zu ungesunden Dingen zu greifen ist viel leichter als bewusst zu Gesundmachern wie Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten oder Lebensmitteln mit gesunden Omega-3-Fetten.

Das wirkt sich nicht nur auf unsere körperliche, sondern auch auf die psychische Gesundheit aus. In einer Studie untersuchten Wissenschaftler der Universität von Las Palmas über ein halbes Jahr hinweg die Ernährungsweise, den Gesundheitszustand sowie den Lebensstil von 9.000 Probanden. Das Ergebnis: 493 der rund 9000 Teilnehmer erkrankten im Laufe der Studie an einer Depression. Den Wissenschaftlern fiel bei der Datenauswertung nicht nur auf, dass die erkrankten Studienteilnehmer mehr Fast-Food und industriell hergestellte Backwaren aßen, sondern auch verstärkt auf Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Fisch verzichteten.

Auf das richtige Öl kommt es an


Vorangegangene Studien belegen hingegen, dass bestimmte Ernährungsformen wie zum Beispiel die Mittelmeer-Diät, Olivenöl, vegetarische Kost, Lebensmittel mit hohem Vitamin B-Gehalt und Omega-3-Fettsäuren wie sie in Lachs und Rapsöl stecken und einen speziellen Schutzmechanismus gegenüber Depressionen erhielten.

Selbst wer sich zu Hause in guter Absicht an den Herd stellt und selber eine Mahlzeit zaubert, kann einiges falsch machen. Distelöl mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu verwenden ist beispielsweise ungünstig. Besser wäre es, auf Öle wie Rapsöl mit lebensnotwendigen (essentiellen) ungesättigten Fettsäuren zurückzugreifen. Besonders die günstigen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren wie in Leinöl senken den Blutfettspiegel und verringern das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Frische Kräuter statt Tütenwürze

Durch das Verwenden von Fertigtüten oder industriell vorgefertigten Beigaben kommen unbemerkt Unmengen von Salz, Zucker oder Konservierungsmitteln ins frisch zubereitete Essen. Nötig sind solche Produkte nicht. Abwechslungsreicher und gesünder ist es, sich stattdessen nach Lust und Laune aus dem eigenen Gewürzregal zu bedienen oder frische Kräuter zu benutzen. Die enthalten zudem gesunde sekundäre Pflanzenstoffe wie schmerzlindernde, antiviral- und bakteriell sowie antientzündlich wirkende Gerbstoffe, Bitterstoffe, krebs- und entzündungshemmende Flavonoide.

Wie Werbung vor allem junge Menschen dick macht


Um junge Menschen früh vor ungesunder Ernährung zu schützen, setzen sich verschiedene medizinische Fach­gesellschaften derzeit dafür ein, Werbung für Fastfood, Süßigkeiten und Limonaden einzuschränken und sie vor allem auf sozialen Netzwerken und Kanälen wie auf youtube oder facebook zu verbieten. Denn: Sehen junge Menschen nur eine Junk-Food Werbung am Tag, erhöht sich der Kalorienverzehr durchschnittlich um 18.000 Kalorien pro Jahr, so hält es der aktuelle Report von Cancer Research UK fest.

Von allen Werbekanälen war die Nutzung von sozialen Medien am effektivsten: Dort gezeigte Werbung war über­ge­wichtigen Jugendlichen am meisten in Erinnerung geblieben. Der Zusammenhang zwischen Bildschirmzeit und Adiposi­tas besteht nicht mehr, sobald Streamingdienste ohne Werbeblöcke angeschaut werden. Das Übergewichtsrisiko verdoppelt sich hingegen, wenn ein Minderjähriger sich daran erinnern kann, mindestens eine Werbung pro Tag gesehen zu haben.