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Demo: Junge Beschäftigte fighten für angemessene Bezahlung
26.02.19  
Auch den jungen Beschäftigten im Öffentlichen Dienst stinkt es gewaltig: Mit Trillerpfeifen, Westen und Transparenten ausgerüstet zogen sie gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen in einem magenta Strom durch Düsseldorf. Ihr Anliegen: einen Lohn zu bekommen, der angemessen ist.
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Moritz Pelzer im Video
Die Verhandlungen um die Gehälter der Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes der Länder treten auf der Stelle. In den letzten beiden Verhandlungsrunden gab es kein Angebot der Arbeitgeber. Und nicht nur das - sie wiesen die Forderungen der Beschäftigten gar als überzogen zurück. Den Beschäftigten reicht es jetzt: Sie gingen heute in Düsseldorf mit ihren Forderungen nach sechs Prozent mehr Lohn auf die Straße.
Landesjugendleiter Moritz Pelzer mit
DBB NRW-Chef Roland Staude
Große Herausforderungen - und es geschieht nichts

"Wie schon vor zwei Jahren haben die Arbeitgeber immer noch nicht verstanden, wie wichtig die Mitarbeiter­innen und Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes sind", sagte der Vorsitzende der dbb jugend nrw Moritz Pelzer bei der Auftaktveranstaltung zur heutigen Groß­kund­gebung von rund 5.000 in Magenta gehüllten Kolleginnen und Kollegen aus vielen verschiedenen dbb-Fachgewerkschaften. Man stehe vor großen Heraus­forderungen: vom Strukturwandel in den Kohleregionen über den ständigen Personalmangel bis hin zu den Folgen des demografischen Wandels, betonte Pelzer. Bereits jetzt zeichne sich ab, dass die nächsten Jahre noch härter werden würden.
Im Ringen um die besten Köpfe im Lande stehe der Öffentliche Dienst jedoch nicht gut gerüstet da. Die Chance, durch angemessene Gehälter junge Menschen für die Arbeit zu begeistern und an sich zu binden, nehmen die Arbeitgeber nicht wahr. "Wer Champions League will, darf nicht Kreisklasse bezahlen", bringt Pelzer die Stimmung zum Ausdruck, die unter den Beschäftigten im Öffentlichen Dienst derzeit vorherrscht.

Zu wenig Wertschätzung
Besonders bezüglich der Forderungen für den Jugend­bereich gebe es schlechte Nachrichten aus Potsdam. Die Signale stünden nicht auf Wertschätzung. Für die jungen Beschäftigten liegt unter anderem die Forderung nach 100 Euro mehr Ausbildungsgehalt auf dem Tisch, die Forderung nach 30 Tagen Urlaub für Azubis und zudem endlich eine verbindliche Zusage zur Über­nahme. Lautstark unterstrichen die Beschäftigten auf der Kundgebung ihre Zustimmung dazu.

Die Kassen seien gut gefüllt, doch diejenigen, die dafür sorgen, dass das so sei, hätten nichts davon - so moniert Pelzer öffentlich bei der Kundgebung. Das aber sei nötig, um den Öffentlichen Dienst attraktiv zu halten. "Wer guten Nachwuchs haben will, der darf nicht über rückgängige Bewerberzahlen jammern. Für das Rennen um die besten Köpfe haben wir Forderungen, die uns helfen werden", appelliert er an die Politik.

Moritz Pelzer sprach auf der Auftaktveranstaltung
zur Großkundgebung für die Jugend
Attraktivität des Öffentlichen Dienstes - ein Thema, das bleibt

dbb jugend nrw: Wer Champions League will,
darf nicht Kreisklasse zahlen!
Wer die besten Leute haben wollte, müsse auch die besten Bedingungen anbieten. Doch zusehends bewege sich der Öffentliche Dienst auf eine prekäre Situation zu. Es müsse mehr passieren als das, was nun in Zusammenhang mit den Tarifverhandlungen gefordert sei. Um den Öffentlichen Dienst als Arbeit­geber interessant zu machen, müsse über weitere Anreize nachgedacht werden. Zu diesen zählt Pelzer neben Lebensarbeitszeitkonten auch Sabbaticals, Betriebskindergärten und Home Office-Plätze.

Aus diesem Grund hat sich die dbb jugend nrw jene Themen in diesem Jahr inhaltlich ganz besonders auf die Fahne geschrieben. Unabhängig davon, welche Verbesserungen nach den Tarifverhandlungen mög­lich­er­weise umgesetzt werden, müsse noch mehr passieren.