impressum & datenschutz kontakt drucken suchen
 
Startseite Die dbbj nrw Aktuelles Arbeitsfelder Seminare Fotoalben Downloads
CESI startet #NoViolenceAtWork-Kampagne
04.11.2020  
Gewalt gegen Beschäftigte im Öffentlichen Dienst in Zeiten von Corona drängender denn je

Eine Konferenzreihe des europäischen Gewerkschaftsdachverbands CESI zum Thema "Gewalt gegen Beschäftigte im Öffentlichen Dienst" fand in einer Online-Konferenz vergangenen Freitag ihren Abschluss. Die dbb jugend nrw war erneut mit ihrer Kampagnenexpertise dabei. Die Veranstaltung bildete den Startschuss der neuen #NoViolenceAtWork-Kampagne der CESI und ihrer Mitgliedsverbände.

dbb jugend nrw erneut an Konferenz beteiligt

Gewerkschaftsvertreter/innen aus ganz Europa waren online dabei, als vergangene Woche eine Konferenzreihe der CESI abgeschlossen wurde, bei der "Gewalt gegen Beschäftigte im Öffentlichen Dienst" im Fokus der Betrachtungen stand. Die dbb jugend nrw war mit ihrer Expertise aktiv beteiligt - wie schon bei den vorangegangenen Konferenzen in Den Haag, Berlin, Madrid und Budapest. Bei der Abschlusskonferenz am 30. Oktober, die Corona-bedingt online statt­fand, berichtete Anna Petri-Satter stellvertretend für die dbb jugend nrw von der Entwicklung und den jüngsten Erfolgen der Kampagne "Gefahrenzone Öffentlicher Dienst".

Gewalt gegen Beschäftigte steigt durch Auswirkungen der Corona-Pandemie

Eindrücklich schilderten Gewerkschaftsvertreterinnen aus Spanien bei der Konferenz die massiven Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Beschäftigten in den Krankenhäusern. So hätten viele Pflegekräfte nicht nur mit den Aus­wirkungen eines völlig überlasteten Gesundheitswesens zu kämpfen, sondern sähen sich auch noch mit der ge­stie­genen Aggression hilfloser Angehöriger konfrontiert.

Die Teilnehmer/innen der CESI-Abschlusskonferenz zum Thema Gewalt gegen öffentlich Bedienstete
Aus den bedrückenden Schilderungen der europäischen Gewerkschafter/innen wurde schnell deutlich: Die Nerven der Men­schen liegen allerorten blank. Die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst sind diejenigen, die in Krankenhäusern, in Behörden und in der Organisation des öffentlichen Lebens einerseits alles geben, um die Folgen der Pandemie zu bewältigen. Andererseits entlädt sich der Zorn und die Hilflosigkeit der Bevölkerung oft ausgerechnet an den Be­diens­teten des Staates.

Corona-Leugner große Belastung für Bedienstete

So beschrieb auch Boris Novak, DPolG-Vertreter aus Berlin, seine Wahrnehmung der angespannten Lage: "Die Men­schen sind noch dünnhäutiger geworden durch COVID-19." Auch die Anschläge auf Institutionen wie das Robert-Koch-Institut durch Corona-Leugner und deren Demonstrationen unter Nichteinhaltung der Schutzmaßnahmen seien eine hohe Belastung für die Bediensteten.

Besonderes Entsetzen brachte Jean-Claude Halter, Präsident der CESI-Europa-Akademie und Vertreter der fran­zösischen Lehrergewerkschaft CSEN, über den Mord am französischen Geschichtslehrer Samuel Paty zum Ausdruck. Dieser war Mitte Oktober in seiner Funktion als Lehrer von islamistischen Terroristen enthauptet worden.

Startschuss europaweiter Kampagne

Gerade zum rechten Zeitpunkt kommt also die in den vergangenen Konferenzen entwickelte Kampagne des euro­päischen Gewerkschaftsdachverbandes, die unter dem Hashtag #NoViolenceAtWork gestartet wurde. Ziel der Kam­pagne sei es, so CESI-Präsident Romain Wolff, "null Toleranz für Gewalt gegen Beschäftigte im Öffentlichen Dienst" zu verdeutlichen sowie Öffentlichkeit und Arbeitgeber für die Dringlichkeit des Themas zu sensibilisieren. Das hierfür erstellte Kampagnenvideo wurde aus den Beiträgen der Konferenzen entwickelt, bei denen auch die dbb jugend nrw mitgewirkt hat.